Richtig aussortieren: Das Vier-Stapel-System

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Wenn ich einen bestimmten Bereich aussortiere, habe ich ein für mich sehr gut funktionierendes System gefunden, nach dem ich entscheide, was mit den aussortierten Sachen passiert. Ich nenne es das Vier-Stapel-System. Was das ist und wie es funktioniert.


Nehmen wir als Beispiel mal den Bereich Kleidung. Wer nicht schon minimalistisch lebt und seinen Kleiderschrank länger mal nicht ausgemistet hat, weiß, wie viel dabei zusammenkommt. Von alten und aussortierten Socken über eigentlich noch gute, aber nicht mehr ganz passende T-Shirts bis zu den hochwertigsten Hemden ist alles dabei.

Das Vier-Stapel-System beim Aufräumen

Die Frage ist nun: Wohin damit? Genau dafür ist das Vier-Stapel-System da. Es unterteilt deine aussortierten Sachen in – Überraschung! – vier Stapel, die meiner Meinung nach ausreichen, um keine Schätze wegschmeißen zu müssen und gleichzeitig noch etwas Gutes zu tun und sich etwas Geld zu verdienen.
Legen wir also los und schauen uns jeden Stapel im Detail an:

1. Stapel: Verkaufen

Alles, was wir noch gut verkaufen können, kommt auf diesen Stapel. Dazu zählen Markenkleidung, gut erhaltene Stücke, Trikots von Fußballvereinen, hochwertige Schuhe und Co.

Für Kleidung gibt es immer einen Markt – sei es auf eBay Kleinanzeigen, eBay, Momox Fashion oder Apps wie Kleiderkreisel. Bei Elektronik würden sich Momox und Rebuy anbieten. So kannst du aus deinen guten Stücken immer noch etwas Geld machen – dann tut es gleich weniger weh, sie wegzugeben.

2. Stapel: Verschenken

Hast du Freunde oder Freundinnen, Geschwister oder Bekannte mit einer ähnlichen Größe wie du und fällt dir beim Aussortieren spontan eine dieser Personen ein, der du eine Freude mit einem Teil machen könntest? Dann ist dieser Stapel für diese Teile.

Wenn du zwischen dem Verkaufen- und dem Verschenken-Stapel schwankst, sei nicht geizig. Eine echte zwischenmenschliche Freude ist viel mehr Wert als jedes Geld. Auf der anderen Seite solltest du aber auch nicht zwanghaft versuchen, deinen Freunden deine alten Sachen aufzuzwängen und nicht enttäuscht sein, wenn sie sie vielleicht doch nicht haben möchten. Dann kannst du sie immer noch verkaufen oder auf einen der anderen Stapel sortieren.

3. Stapel: Spenden

Wir leben in einer Gesellschaft des Überflusses. Das heißt aber nicht, dass es jedem gleich gut geht. Denk beim Aussortieren deiner Sachen an diese Menschen. Gut erhaltene Kleidung kannst du super einfach in seriöse (bitte aufpassen!) Kleidercontainer werfen.

Alternativ kannst du auch bei den örtlichen Hilfsorganisationen nachfragen, ob es Bedarf gibt oder bei Menschen aus der Region, die upcylclen – also aus alten Teilen neue Teile basteln, nähen oder erschaffen.

Denk immer dran: Mit dieser Spende versüßt du jemand anderem den Tag oder vielleicht sogar die Woche – und bekommst sogar noch ein paar Karma-Punkte dafür.

4. Stapel: Wegwerfen

Alles, was du bisher nicht einsortieren konntest, gehört auf diesen Stapel. Dazu zählen kaputte, dreckige oder ausgelatschte Klamotten. Weg damit und Platz schaffen für hochwertige, saubere Klamotten, die du dann auch regelmäßig anziehst.

Nicht nur für Kleidung sinnvoll

Dieser Bereich ist nicht nur für Kleidung sinnvoll, sondern auch für alle anderen Bereiche, die du aussortierst. Denk nur mal an Elektronik, Schreibwaren (beim Spenden-Stapel bei Schulen nachfragen!) oder Möbel. Das System eignet sich für fast jeden Bereich – auch wenn nicht bei jedem Bereich jeder Stapel gleich aussieht. Mal spendest du mehr, mal kannst du mehr verschenken und mal muss mehr auf den Müll.

Durch das Vier-Stapel-System holst du aber das Maximum aus deinen aussortierten Dingen heraus und hast im Nachgang nicht das Gefühl, etwas weg geschmissen zu haben, das vielleicht andere noch sinnvoll hätten nutzen können oder womit du noch ein paar Euro hättest verdienen können.

Author
Tobias

Hey! Ich bin Tobias. Wenn ich nicht gerade an neuen Büchern arbeite, bin ich Geschäftsführer eines Medienunternehmens und Journalist. Hier blogge, podcaste und vlogge ich über meinen Arbeitsalltag, Minimalismus und meine Bücher.

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