Die Tricks der Supermärkte: Warum 2 Euro doch zählen!

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Manchmal gibt es witzige Zufälle im Leben. Da schreibst du gerade an deinem Buch über Minimalismus und erlebst hautnah eine Szene, die du so ähnlich vor einigen Tagen bereits darin beschrieben hast.

Du kennst sicher im Aldi diese riesengroßen, silbernen Angebotskörbe mitten im Laden, wo die Angebote aus den Prospekten aufgestapelt sind, oder? Passend zur Sommerzeit war eines dieser Angebote ein paar Flipflops für 1,99 Euro.

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Um diese Flipflops ging es

Minimalismus oder: bewusster Konsum

Im Vorbeigehen sehe ich, wie ein Junge, vielleicht 10 oder 12 Jahre jung, ein paar Flipflops aus diesem Kasten zieht und zu seiner Mutter läuft.  Es folgt dieser Dialog:

Junge: Hier Mama, du brauchst doch Flipflops!

Mutter: Nein, ich habe doch welche!

Junge: Aber Mama, für zwei Euro kannst du die doch mitnehmen! Probier sie doch mal an!

Drei Mal darfst du nun raten, ob die Familie mit oder ohne Flipflops nach Hause gegangen ist. Wüsste ich es nicht besser, könnte man meinen, der kleine Junge wäre als Undercover-Profiverkäufer bei Aldi-Süd angestellt.

„… weil es günstig ist“

Wir finden hier ein typsiches Muster unserer Konsumgesellschaft: Brauche ich nicht, kaufe ich aber trotzdem. Im Minimalismus geht es nun nicht darum, jemandem diesen Konsum zu verbieten. Es geht vielmehr – auch hier in diesem Blog – darum, zum Nachdenken anzuregen und Impulse zu geben.

Natürlich sind die zwei Euro nun nichts, weswegen man sich verrückt machen sollte. Aber es sind zwei Euro, die in ein Produkt investiert wurden, das vermutlich nicht oder wenig genutzt wird. Die „Gefahr“, ein Angebot zu verpassen oder ein Schnäppchen liegen zu lassen, ist uns in dem Moment oft wichtiger als die rationale Entscheidung.

Die Tricks der Supermärkte

Die Supermärkte spielen natürlich genau damit und haben sich über die Jahre viel Tricks einfallen lassen, uns immer wieder zu Käufen zu verlocken, die wir eigentlich nicht vorgesehen hatten. Du kennst das sicher auch: Man geht mit einem Plan in den Laden rein und kommt mit mehr Sachen wieder raus.

Einige der Tricks der Supermärkte sind:

  • Bäcker im Eingang. Wenn wir im Eingangsbereich frische Backwaren riechen, dann macht uns das Appetit. Die Folge: Wir kaufen meist mehr ein.
  • Leise Musik, die beruhigt. Ist dir diese leise Dudelmusik in manchen Supermärkten schon mal aufgefallen? Das Ziel: Den Puls senken und entschleunigen.
  • Obst und Gemüse an den Anfang. Selber Grund: Durch die Obst- und Gemüseabteilung müssen wir abbremsen und werden automatisch langsamer.
  • Wichtige Lebensmittel des täglichen Bedarf verteilen. Eier, Kartoffeln, Brot, Käse, Wurst – die sind gerne mal schön weit weg voneinander quer im Supermarkt verteilt. Die Folge: Mehr Wege, in denen wir an mehr Waren vorbeikommen.
  • Quengelzone. In der Quengelzone im Kassenbereich finden wir, schön auf Augenhöher der Kinder, meistens Schokoriegel, Überraschungseier und alle anderen Leckereien, die Kinderherzen höher schlagen lassen.

Somit ist es nur natürlich, dass wir hin und wieder in die Falle der Supermärkte tappen und ein paar Waren mehr mitnehmen als wir eigentlich wollten. Das oben beschriebene Erlebnis ist dafür ein gutes Beispiel.

Wo die Flipflops wohl in unserem Vier-Stapel-System landen werden?

Author
Tobias

Hey! Ich bin Tobias. Wenn ich nicht gerade an neuen Büchern arbeite, bin ich Geschäftsführer eines Medienunternehmens und Journalist. Hier blogge, podcaste und vlogge ich über meinen Arbeitsalltag, Minimalismus und meine Bücher.

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Inspiriert von Christof von Einfach bewusst, findest du hier mein ABC des Minimalismus.

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