"Benutzen statt besitzen": Mit Teilen zu weniger Ballst

Rasenmäher Minimalismus Sharing-Economy

Müssen wir 2019 wirklich noch alles selbst besitzen? Die Sharing-Economy, deutsch: die Wirtschaft des Teilens, boomt seit Jahren und wächst stetig. Unternehmen gehen nach und nach an die Börse, werden zu Milliarden-Konzernen. Eine Idee im Minimalismus könnte also sein: Benutzen statt besitzen.

Das macht vor allem dann Sinn, wenn wir a) auf die Vorteile eines bestimmten Gegenstandes nicht verzichten wollen, aber b) nicht die hohen Anschaffungskosten für diesen Gegenstand haben oder c) den materiellen Ballast umgehen möchten.

Benutzen statt besitzen: Ein paar Beispiele

Klar: Es ist toll, sein eigenes Auto zu haben. Es ist toll, seinen eigenen Rasenmäher zu haben. Es ist toll, sein eigenes Profiwerkzeug zu haben. Aber: Brauchen wir das alles wirklich?

Beispiel #1: Das Auto

Schauen wir uns dazu einmal das Auto an. Im Schnitt fahren wir eine Stunde pro Tag mit unseren Autos. Das macht aufs Jahr gerechnet 365 Stunden oder 15 Tage, die wir in unseren Autos verbringen. Die restlichen 350 Tage steht das Auto rum. Es ist kein Fahrzeug, es ist ein Stehzeug. Du besitzt also ein Auto, das du 350 Tage pro Jahr einfach auf der Straße oder in der Garage stehen hast.

Beispiel #2: Der Rasenmäher

Schauen wir uns den Rasenmäher an. Wie oft mähst du den Rasen im Sommer (rechnen wir mal mit sechs Monaten „Sommer“ pro Jahr)? Einmal pro Woche für 30 Minuten? Das macht 13 Stunden Rasenmähen pro Jahr. Das Jahr hat 8.760 Stunden. Der Rasenmäher steht also 8.747 Stunden rum.

Beispiel #3: Das Spezialwerkzeug

Beim nächsten Beispiel wird es noch eindrücklicher: Profi-Werkzeug. Du führst eine Renovierung durch und möchtest nun eine bestimmte Tätigkeit ausführen, für die du ein Spezialwerkzeug brauchst. Wenn du es dir kaufst, benutzt du es vielleicht für ein paar Stunden und danach vermutlich über Jahre nicht mehr.

Lösungsansätze

Warum gehen wir also nicht hin und versuchen diesen Besitz auf mehrere Menschen aufzuteilen. Beim Auto denke ich da an Carsharing-Anbieter, Fahrgemeinschaften oder den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV).
Beim Rasenmäher denke ich an drei oder vier Nachbarn, die sich gut verstehen und die sich einen Rasenmäher teilen. Beim Werkzeug denke ich an schlichtes Fragen im Bekanntenkreis, ob jemand dieses Teil besitzt und es ausleihen würde.

Offen sein für Alternativen

Wir können die Sharing-Economy nutzen oder einfach selbst die Initiative ergreifen. Wichtig ist nur, ab und zu mal zu hinterfragen, ob der eigene Besitz so überhaupt Sinn macht oder ob es nicht vielleicht Alternativen gibt.

Sicher will das alles gut überlegt und durchkalkuliert sein, aber für viele Menschen können sich so interessante Modelle ergeben.

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Autor
Tobias

Hey! Ich bin Tobias. Wenn ich nicht gerade an neuen Büchern arbeite, bin ich Geschäftsführer eines Medienunternehmens und Journalist. Hier blogge, podcaste und vlogge ich über meinen Arbeitsalltag, Minimalismus und meine Bücher.

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