Wie du mit der 72-Stunden-Regel Impulskäufe vermeidest

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Du kennst sicher auch dieses Euphorie-Gefühl, wenn du im Geschäft etwas siehst, dass du unbedingt haben möchtest. Du kaufst es und merkst vielleicht erst später, dass du es eigentlich gar nicht so dringend brauchst. Dafür gibt es einen ganz einfachen Trick: Die 72-Stunden-Regel.

Der typische Impulskauf

Stell dir vor, du siehst im Geschäft eine Eismaschine in einer Farbe, die wunderbar zu deiner Kücheneinrichtung passen würde. Und dann ist die auch noch ein paar Prozent reduziert. Eigentlich der perfekte Deal.

Du stellst dir vor, was du damit alles für tolle Eisleckereien zaubern könntest, die Kinder würden sich freuen, du selbst natürlich auch. Und wenn dir jetzt immer noch ein Prozent Überzeugung fehlt, dann siehst du in diesem Moment, dass es auch noch das letzte Gerät in deiner Farbe ist. Also entscheidest du, die Maschine mitzunehmen.

Es spricht einfach alles dafür. Oder?

In Wahrheit ist unser Gehirn ziemlich gut darin, alle möglichen „Puzzleteile“ so zusammenzufügen, dass das Bild genau dem entspricht, was wir gerne hätten. Es gibt viele Phänomene, die da mit reinspielen, einer ist der so genannte „Confirmation Bias“, auch „Bestätigungsfehler“ gennant. Die Wikipedia definiert ihn so:

Ein Bestätigungsfehler ist die Neigung, Informationen so auszuwählen, zu ermitteln und zu interpretieren, dass diese die eigenen Erwartungen erfüllen (bestätigen).

Wenn du also die Erwartung hast, diese Eismaschine haben zu wollen, dann wird dein Kopf dir keine Steine in den Weg legen. Ganz im Gegenteil. So entstehen die Impulskäufe – also Käufe, die wir nicht vorher geplant hatten, sondern aus der Situation heraus tätigen. Sie sind nur menschlich und natürlich spielen die Supermärkte und Geschäfte genau mit den passenden Reizen, um uns zu so vielen Impulskäufen wie möglich zu bewegen.

Die 72-Stunden-Regel hilft gegen Impulskäufe

Dagegen gibt es aber einen sehr wirkungsvollen Trick – und der nennt sich „72-Stunden-Regel“. Gehen wir nochmal zurück zu dem Zeitpunkt im Geschäft, an dem du die Eismaschine siehst. Statt dir nun alle möglichen Vorteile aufzuzählen, schreibst du sie einfach auf deine persönliche 72-Stunden-Liste.

Dort notierst du das Produkt und das aktuelle Datum mit Zeit, also etwa:

Eismaschine – 14.07.2019, 11:30 Uhr

Nun wartest du genau 72 Stunden, also drei Tage. Diese drei Tage reichen aus, um unsere Anfangseuphorie zu bremsen und rationaler über den Kauf und den Nutzen dieses Produktes nachzudenken.

Am 17.07.2019 um 11:30 Uhr schaust du wieder auf die Liste und überlegst dir dann genau, ob du diese Eismaschine wirklich brauchst und haben möchtest oder ob sie nicht vielleicht doch eher die meiste Zeit ungenutzt rumstehen würde.

Gut für Geldbeutel und Seele

Wenn die Antwort „ja“ ist, dann kaufst du sie und freust dich daran. Ist die Antwort „nein, lässt du es bleiben und hast einen Impulskauf vermieden. Manchmal vergisst du die Liste und das Produkt auch. Dann hast du deine Antwort ebenfalls.
Mit der 72-Stunden-Regel kannst du also etwas gutes für deinen Geldbeutel und für deinen minimalistischen Lebensstil tun. Im übrigen funktioniert das mit Kindern auch recht gut. Probier es mal aus!


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Autor
Tobias

Hey! Ich bin Tobias. Wenn ich nicht gerade an neuen Büchern arbeite, bin ich Geschäftsführer eines Medienunternehmens und Journalist. Hier blogge, podcaste und vlogge ich über meinen Arbeitsalltag, Minimalismus und meine Bücher.

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